Können Sie sich eine Zahl mit 60 Nullen vorstellen? Man nennt das eine Dezillion 1060.

Das ist die Zahl der Chemikalien, die auf der Basis der physikalischen und chemischen Gesetzmäßigkeiten theoretisch existieren könnten.

Das hat das Team um Jean-Louis Reymond kalkuliert. Dabei haben die Chemiker noch gar nicht wirklich alle theoretisch existierenden Substanzen in Betracht gezogen, sondern nur die „kleinen Moleküle“. Das sind solche, die durch Zellwände dringen, mit biologischen Strukturen wechselwirken können und somit Anwärter für Medikamente sind. Rechnet man die komplexer aufgebauten Moleküle hinzu, kommen also noch einige Nullen hinzu.

130.000.000 registrierte chemische Verbindungen (CAS September 2017)

 

40.000.000 organische Verbindungen waren 2012 bekannt.

3.000.000 anorganische Verbindungen waren 2002 bekannt, sowie

1.000.000 Polymere

 

100.000 Altstoffe in der EU

20.000-70.000 aktuell in der EU gehandelte Stoffe

 

ca 4.000 Nuklide, davon

3000 instabil (radioaktiv) (90 natürliche radioaktive Nuklide von 42 Elementen)

254 stabile Nuklide

118 chemische Elemente (80 davon in der Natur vorkommend)

 

Die GESTIS-Stoffdatenbank der DGUV beinhaltet Informationen zu über 8700 Stoffen. Nur bei einigen Hundert überhaupt ist eine toxikologische Einstufung erfolgt. Zum Thema CMR Substanzen (cancerogen / mutagen / reproduktionstoxisch) sind die Daten noch lückenhafter.

 

Eine ebenso unbegreifliche biologische Vielfalt umgibt uns ebenso.

Heute geht man von einer Gesamtartenzahl auf der Erde von rund 5 (bis vielleicht 20) Millionen Arten aus. Pro Jahr werden rund 12.000 bis 25.000 Arten neu beschrieben. Vielfach wird die Arttrennung heute mittels molekulargenetischer Untersuchungen vorgenommen oder zumindest durch sie ergänzt.

Ein eigenes Problem ist die Zahl der „Arten“ bei Prokaryonten. Die üblichen mikrobiologischen Methoden sind hier wertlos, da nach überschlägigen Untersuchungen sich weniger als 1 % der in natürlichen Proben (nach dem Genom) festgestellten Bakterienarten in den üblichen Nährmedien kultivieren und vermehren ließ. Durch eine Artendefinition, die Stämme mit einer genetischen Ähnlichkeit (nach dem Rekombinationsgrad) von kleiner 70 % als Arten definiert, und Hochrechnungen aus Bodenproben analog den oben genannten Beispielen, kam Dykhuizen 2005 auf eine Milliarde Bakterienarten. Diese Zahl sollte vielleicht eher als das Ausmaß unseres Nichtwissens verstanden werden.

Viren befallen Zellen von Eukaryoten (Pflanzen, Pilze, alle Tiere einschließlich des Menschen) und Prokaryoten (Bakterien und Archaeen).Zu jeder Art könnte es mehrere Virenarten geben, die an diese Art angepasst sind. Bislang sind jedoch lediglich um die 3.000 Virenarten identifiziert worden.

Schätzungsweise 2,2 bis 3,8 Millionen Arten von Pilzen finden sich auf der Erde, von denen seit 1689 fast 400.000 Arten bestimmt wurden .

Nach heutigen Schätzungen existieren auf der Erde zwischen rund 320.000 und 500.000 Pflanzenarten, nach der International Union for Conservation of Nature (IUCN) 380.000, von denen rund ein Fünftel vom Aussterben bedroht sind.

 

Auch die Daten des menschlichen Körpers sprengen die Vorstellungskraft:

Ein erwachsener Mensch besteht aus 1014 oder 100 Billionen oder 100 000 000 000 000 einzelnen Zellen.

fast 11.000 Proteine umfasst allein das Proteom des menschlichen Herzens.

 

Folgerung:

Es gibt eine unbegreifliche Vielzahl von Stoffen und Lebewesen auf der Erde, die zudem interagieren und in dieser Interaktion erst Einfluss nehmen auf die Umgebung und somit auch auf den menschlichen Körper.

Wir dürfen anerkennen, dass wir nicht wirklich in der Lage sind, die Beeinflussung des menschlichen Körpers durch die Umgebung erfassen, geschweige denn messen zu können.

Wie schwierig die Bewertung von Mischexpositionen ist, haben Behrens et.al. Mitte 2018 in der ASU publiziert https://www.asu-arbeitsmedizin.com/Archiv/ASU-Heftarchiv/article-828089-110576/synergistische-effekte-nach-mehrfachexposition-bewertung-fuer-die-regulation-.html

 

 und noch was...

das menschliche Gehirn ist mit seinen über 80 bis 100 Mrd. Nervenzellen und seinen 1015 Synapsen das vielleicht komplexeste Gebilde im ganzen Universum  wink 

(aus http://gallenkemper.de/neuigkeiten/59-neuigkeiten-2017-14-buchempfehlung-jahreswende-2017-2018-gedanken-zum-wesen-des-bewusstseins-quantenphysik.html )

 

Quellen

https://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article108767158/Wie-viele-Stoffe-gibt-es.html

http://www.periodensystem.info

https://de.wikipedia.org/wiki/Chemical_Abstracts_Service

https://de.wikipedia.org/wiki/Organische_Chemie

https://de.wikipedia.org/wiki/Chemische_Verbindung

 https://de.wikipedia.org/wiki/Karlsruher_Nuklidkarte

https://www.eea.europa.eu/de/publications/92-828-3351-8/page006.html

http://www.stn-international.de/dif_ca.html

http://www.cas.org/cas-home


https://de.wikipedia.org/wiki/Artenvielfalt

http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/bakterien/6844

https://de.wikipedia.org/wiki/Bakterien

https://de.wikipedia.org/wiki/Viren

https://talk.ictvonline.org

https://talk.ictvonline.org/files/ictv_documents/m/gen_info/6576

http://www.mycobank.org/defaultinfo.aspx?Page=Stats

http://derstandard.at/2000064075867/Pilze-sind-nach-den-Tieren-das-zweitgroesste-Organismenreich-der-Erde

http://www.asmscience.org/content/journal/microbiolspec/10.1128/microbiolspec.FUNK-0052-2016

https://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzen

 

http://www.spektrum.de/frage/wie-viele-zellen-hat-der-mensch/620672

https://www.nature.com/articles/s41467-017-01747-2